Recovery Point Objective (RPO)

Recovery Point Objective (RPO) beschreibt die maximal tolerierbare Menge an Datenverlust zwischen dem letzten konsistenten Sicherungspunkt und einem Ausfall. Vereinfacht beantwortet das RPO die Frage: Wie viele Daten dürfen im Ernstfall fehlen?

Die Kennzahl bestimmt direkt die technische Umsetzung: Ein RPO von 24 Stunden lässt sich mit täglichen Backups erreichen, ein RPO von Minuten erfordert kontinuierliche Replikation, ein RPO nahe null synchrone Spiegelung. Je niedriger der Wert, desto höher Aufwand und Kosten – weshalb RPO nicht pauschal, sondern je System festgelegt wird: Ein Finanzsystem, eine Produktionsanwendung und ein Archiv haben sehr unterschiedliche Anforderungen.

RPO ist damit keine rein technische Größe, sondern eine geschäftliche Steuerungsgröße, die aus der Frage abgeleitet wird, welcher Datenverlust wirtschaftlich und regulatorisch tragbar ist. Zusammen mit dem Recovery Time Objective (zulässige Ausfallzeit) bildet das RPO das Zielgerüst jeder Disaster-Recovery-Planung.