E-Discovery

E-Discovery bezeichnet die strukturierte Suche, Sichtung und Bereitstellung elektronischer Informationen für rechtliche, regulatorische oder interne Untersuchungen. Dazu gehören E-Mails, Chats, Dateien, Social-Media-Inhalte und weitere digitale Kommunikationsdaten.

Der Prozess folgt typischerweise definierten Phasen: Identifikation relevanter Datenquellen, Sicherung gegen Veränderung und Löschung (Legal Hold), Sammlung, Aufbereitung, Review durch Fach- und Rechtsteams und schließlich die Übergabe an Gerichte, Behörden oder Gegenparteien. Auslöser sind Rechtsstreitigkeiten, Aufsichtsanfragen oder interne Ermittlungen. Entscheidend ist dabei die Nachvollziehbarkeit: Herkunft, Vollständigkeit und Unverändertheit der Daten müssen belegbar sein.

Gute E-Discovery-Prozesse reduzieren Kosten und beschleunigen Verfahren erheblich – vorausgesetzt, die Datenbasis ist durchsuchbar und sauber archiviert. E-Discovery ist damit ein operativer Anwendungsfall funktionierender Data Governance: Wer weiß, welche Daten wo liegen und welchen Regeln sie unterliegen, kann Anfragen schnell und rechtssicher beantworten.