Anwendungskonsistentes Backup
Ein anwendungskonsistentes Backup stellt sicher, dass Daten nicht nur technisch kopiert, sondern in einem für die jeweilige Anwendung logisch konsistenten Zustand gesichert werden. Relevant ist das vor allem bei Datenbanken, ERP-Systemen und anderen transaktionsintensiven Anwendungen.
Der Unterschied liegt im Sicherungszeitpunkt: Ein absturzkonsistentes Backup friert den Zustand ein, wie er gerade auf dem Speicher liegt – inklusive offener Transaktionen und ungeschriebener Puffer. Ein anwendungskonsistentes Backup informiert die Anwendung vorher: Transaktionen werden abgeschlossen, Puffer geschrieben, erst dann entsteht die Sicherung. Technisch geschieht das etwa über Microsoft VSS in Windows-Umgebungen oder über Pre-/Post-Skripte und native Datenbankschnittstellen. Das Ergebnis lässt sich ohne langwierige Reparatur- und Recovery-Läufe direkt nutzen.
Anwendungskonsistenz ist damit eine Qualitätsanforderung an Backups, keine Komfortfunktion: Sie entscheidet, ob eine Wiederherstellung zu einem nutzbaren System führt oder zu einem defekten Datenbestand. In Backup-Richtlinien gehört sie deshalb zu den Grundfestlegungen eines belastbaren Data Managements.