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Im Gespräch mit Daniel Bernard, Chief Business Officer bei CrowdStrike

Der CBO von CrowdStrike spricht mit Jörg Wassink, Marketing Director bei Serviceware, darüber, was Europa zu einem besonderen Schauplatz für Cybersecurity macht, warum regionale Partner wichtiger denn je sind und wie KI die Security Operations verändern wird.
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Jörg Wassink: Daniel, vielen Dank, dass du hier bist. Würdest du dich kurz vorstellen?

Daniel Bernard: Hallo, ich bin Daniel Bernard, Chief Business Officer bei CrowdStrike.

Jörg Wassink: Wenn du auf die heutige Cybersecurity-Landschaft blickst, was macht Europa für Unternehmen und Security Anbieter sowohl besonders herausfordernd als auch besonders wichtig?

Daniel Bernard: Europa ist sowohl für Verteidiger als auch für Angreifer ein einzigartiges Umfeld. Hier gibt es viele nationale und fragmentierte Interessen und viele Regulierungen. Diese Vorschriften sind gut, um die Bürger zu schützen, können aber auch Angreifer Möglichkeiten eröffnen, über diese Regeln hinaus zu agieren. Angreifer halten sich nicht an Regeln. Deshalb können Regeln Verteidiger zwar manchmal einschränken, letztlich dienen sie aber dem Schutz der Bürger.

Man darf auch nicht vergessen, dass Regularien und Vorschriften von Angreifern genutzt werden können, um effektivere Software und effektivere Angriffe zu entwickeln, die diese Regeln umgehen. Darüber hinaus gibt es in der gesamten EU viel Aktivität von Nationalstaaten. Geopolitische Spannungen schaffen unterschiedliche Interessen, und insbesondere Staaten nutzen diese Unterschiede gezielt aus.

Ich sehe in Europa daher eine Kombination aus besonderer Regulierung, nationalen Interessen und geopolitischen Spannungen. All das schafft ein Umfeld, das für Angreifer sehr attraktiv ist.

Jörg Wassink: Unternehmen investieren stark in Cybersecurity, und es fließt viel Geld in diesen Bereich. Trotzdem tun sich viele Organisationen mit der Komplexität schwer. Wo siehst du heute die größten Lücken?

Daniel Bernard: Ein Grund, warum Unternehmen trotz der hohen Investitionen, oft scheitern, liegt daran, was zwischen der Tastatur und dem Bildschirm passiert, nämlich der Mensch. Oft wissen Operatoren, Mitarbeitende und inzwischen auch KI-Agenten nicht, wie man ein Cybersecurity Programm wirksam betreibt. Daraus entsteht eine enorme Wissenslücke. Man kann zwar die richtigen Produkte kaufen, aber wenn man sie nicht richtig einsetzt, erreicht man nicht das gewünschte Ergebnis: nämlich den Breach zu stoppen.

Erstens gibt es also oft eine Lücke zwischen Tastatur und Bildschirm. Zweitens kaufen viele Organisationen die falschen Produkte. Im Bereich Cybersecurity gibt es heute über fünftausend Anbieter mit unterschiedlichen Technologien, und es ist für Käufer schwer zu erkennen, welche wirklich funktionieren und welche nur behaupten, dass sie es tun. Man will kein undichtes Rettungsboot. Man braucht echte Technologie auf höchstem Niveau, die Breaches tatsächlich stoppt.

Drittens tun sich viele Organisationen schwer damit, das Vorhandene richtig zu konfigurieren und den tatsächlichen Wert daraus zu ziehen. Diese Themen hängen alle zusammen. Man muss die richtige Technologie kaufen, aber man braucht auch den richtigen Betriebsplan für den Einsatz dieser Technologie. Zudem benötigt man die richtigen KPIs sowie das passende Monitoring und Management, wie bei jedem anderen, umsatzrelevanten Teil des Unternehmens auch. Cybersecurity ist ein Geschäft, und wenn das eigene Geschäft schneller wird, muss sich auch das Cybersecurity-Programm beschleunigen. Man muss die KPIs immer wieder anpassen und sich kontinuierlich verbessern.

Was ich beobachtet habe, ist, dass Falcon zum Betriebssystem eines SOC (Security Operations Center) geworden ist. Wenn man das richtige Betriebssystem verwendet und es richtig betreibt, und wenn man die richtigen Partner hat, die einen beraten oder es für einen betreiben, dann erzielt man auch das richtige Ergebnis. Genau das sehen wir bei CrowdStrike und Serviceware.

Jörg Wassink: Da kommen also die Partner ins Spiel, richtig?

Daniel Bernard: Ja.

Jörg Wassink: CrowdStrike hat in Europa ein starkes Partnernetzwerk aufgebaut. Warum sind regionale Partner heute wichtiger denn je, wenn es darum geht, Kunden zu schützen und die Cybersecurity zu stärken?

Daniel Bernard: Cybersecurity ist extrem global geworden, aber in der Realität auch extrem lokal. Unsere regionalen Partner sind wichtiger denn je, weil ihr Wissen sehr lokal und für den Kunden hochrelevant ist.

Schau dir an, was KI ausgelöst hat. Informationen sind zu einer Art Massenware geworden und demokratisiert. Plötzlich ist jeder ein Cybersecurity-Experte. Menschen, die das Wort Cybersecurity vor drei Wochen noch nicht einmal buchstabieren konnten, erklären einem CISO jetzt, wie er seinen Job machen soll. Was sich nicht zu einer Massenware entwickelt hat und auch nicht entwickeln wird, sind Wissen und Erfahrung.

Genau das sehen wir bei unseren regionalen Partnern: Wissen, Erfahrung und ein tiefes Verständnis für den Kunden. Und je besser man den Kunden kennt, desto besser kann man das Cybersecurity-Programm verbessern. Wir haben ein Sprichwort: Kenn den Angreifer. Kenn ihn, stopp ihn.

Das gilt auch für Verteidiger. Man muss die eigene Verteidigungslinie kennen, die Schwachstellen und die Stärken. Unabhängige Expertise, Beratungsleistungen und das Wissen von Partnern wie Serviceware helfen einem Unternehmen dabei, im Betrieb eines starken Cybersecurity-Programms wirklich sein Bestes zu geben.

Jörg Wassink: Serviceware wurde kürzlich auf dem CrowdStrike Event als Europe Regional Growth Partner of the Year ausgezeichnet - eine fantastische Nachricht für uns, über die wir uns sehr gefreut haben. Was hat dich an Servicewares Beitrag und Wachstum besonders beeindruckt?

Daniel Bernard: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an Serviceware zu dieser Auszeichnung als unser Regional Growth Partner of the Year in Europa.

Wir arbeiten in Europa mit Tausenden von Partnern zusammen, und was Serviceware besonders auszeichnet, ist der Fokus, die Strategie und das Talent, das bei CrowdStrike im Einsatz ist. Ihr konzentriert euch auf CrowdStrike, und ihr erzielt großartige Ergebnisse bei den Kunden. Wir bekommen hervorragendes Feedback von den Kunden und sehen auch selbst starke Resultate.

Neue Logos, also Neukunden, zu gewinnen, bestehende Kunden mitzunehmen und ihnen Falcon Flex vorzustellen, all das sind Investitionen, die Serviceware getätigt hat. Die Zahlen, die wir in eurem Geschäft sehen, spielen in einer eigenen Liga. Ihr wachst, wir wachsen, der Kunde ist zufrieden, und wir stoppen den Breach. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung.

Jörg Wassink: Daran anknüpfend, wie ergänzen sich CrowdStrike und Serviceware dabei, Kunden zu helfen, ihre Security Operations zu modernisieren und zu verschlanken?

Daniel Bernard: Wir sind ein Technologieunternehmen, und wir sind im Markt erfolgreich, wenn wir mit starken Partnern zusammenarbeiten. Wir bringen die Technologie ein, während Serviceware die Expertise, die Umsetzung, die Lieferung und die enge Beziehung zum Kunden mitbringt.

Natürlich pflegen auch wir enge Kundenbeziehungen, aber vor allem stellen wir die Technologieplattform bereit und fungieren als Technologieberater. Technologie ist nur ein Teil der Lösung. Der andere Teil sind Umsetzung und Strategie.

Wir brauchen Serviceware, um uns zum Kunden zu bringen, unsere Technologie zu implementieren, die richtigen Technologien für diesen Kunden zu empfehlen und dafür zu sorgen, dass der Kunde auf unserer Plattform von der Idee zum Ergebnis kommt.

Jörg Wassink: KI verändert sowohl Cyberangriffe als auch die Cyberabwehr. Wie wird sie deiner Meinung nach die Security Operations in den nächsten drei bis fünf Jahren verändern?

Daniel Bernard: Ich sehe, dass KI die Security Operations in den nächsten Jahren auf mehrere grundlegende Arten verändern wird.

Erstens wird sich das Verhältnis zwischen Menschen und Technologie verändern, weil gerade eine neue Kraft, die agentische Arbeitskraft, entsteht. Sie wird die Arbeit von Menschen stärken und uns helfen, noch viel mehr aus unseren Technologien herauszuholen. Statt nur acht Stunden am Tag zu arbeiten, arbeiten diese Systeme rund um die Uhr, ohne Wochenende, ohne Feiertage. Das eröffnet enormes Produktivitätspotenzial. Das Verhältnis zwischen menschlichen Mitarbeitenden, agentischen Mitarbeitenden und Technologie ist also ein zentraler Bereich des Wandels.

Zweitens wächst die Menge an Daten, die weltweit erzeugt werden, rasant. Wenn man sich die Verbreitung von Claude Code und Codex anschaut, ist das beeindruckend, und hinter dieser Verbreitung stehen Agenten. Für jeden menschlichen Mitarbeitenden wird es laut Schätzungen innerhalb der nächsten achtzehn bis zwanzig Monate rund neunzig Agenten geben, die mit dieser Person zusammenarbeiten. Das ist ein tiefgreifender Produktivitätsschub und Teil der nächsten industriellen oder technologischen Revolution.

Das bedeutet auch, dass wir eine enorme Datenmenge verstehen, klassifizieren und schützen müssen. Das ist die zweite große Veränderung.

Drittens werden wir zwei verschiedene Arten von Unternehmen sehen: solche, die KI-nativ aufbauen und davon profitieren, deren Geschäft durch KI wächst und noch relevanter wird als zuvor. Und eine ganze Klasse von Technologien, die zurückfallen, weil sie in dieser neuen Welt nicht von KI profitieren. Wir werden eine große Marktbereinigung sehen, eine Art Neusortierung, welche Unternehmen gewinnen und welche einer anderen Zeit angehören.

Mich begeistert, dass CrowdStrike beim Thema KI klar eine führende Rolle einnimmt, wenn es darum geht, KI zu nutzen, KI einzusetzen und vor allem KI zu schützen. Wir profitieren von dieser nächsten großen technologischen Welle, die sich gerade vor unseren Augen entfaltet.

Jörg Wassink: Wie würde für dich Erfolg in der Partnerschaft zwischen CrowdStrike und Serviceware in Europa in den nächsten Jahren aussehen?

Daniel Bernard: Erfolg mit Serviceware bedeutet, das Wissen rund um unsere Plattform weiter auszubauen und weiterzugeben. Das Serviceware Team ist mit CrowdStrike extrem vertraut. Hier bei Serviceware gibt es mehrere Doktoren, die Experten in ihren jeweiligen Fachgebieten sind, und Serviceware ist ganz klar auch ein Experte, wenn es um CrowdStrike geht.

Weiterbildung ist wichtig, weil genau dort alles beginnt. Sie macht es möglich, ein vertrauenswürdiger Berater für Kunden in der Region zu sein. Und dann geht es darum, dieses Wissen in Ergebnisse und konkrete Maßnahmen zu übersetzen.

Im Veranstaltungsraum gegenüber sind ein paar hundert Menschen, von denen noch nicht alle CrowdStrike Kunden sind. Es gibt also noch viel Marktpotenzial, das wir gemeinsam erschließen können: Serviceware kann CrowdStrike Kunden gewinnen und ihr könnt uns dabei unterstützen, Kunden zu gewinnen. So sieht eine starke Partnerschaft aus. Erfolg bedeutet, dass jeder eurer Kunden auch CrowdStrike Kunde wird. (lacht)

Jörg Wassink: Perfektes Schlusswort. Danke, Daniel.