MPLS (Multiprotocol Label Switching)

MPLS (Multiprotocol Label Switching) ist ein Verfahren zur Weiterleitung von Datenpaketen in Provider- und Unternehmensnetzen, bei dem Pakete anhand kurzer Kennzeichnungen (Labels) statt anhand ihrer Ziel-IP-Adresse über vorab festgelegte Pfade transportiert werden. Die Architektur ist seit 2001 im RFC 3031 der Internet Engineering Task Force (IETF) beschrieben.

Am Netzeingang ordnet ein Router jedes Paket einer Weiterleitungsklasse zu und versieht es mit einem Label; die folgenden Router werten nur noch dieses Label aus und leiten das Paket entlang eines Label Switched Path weiter. Darauf bauen Dienste wie MPLS-VPNs auf, über die Provider Unternehmensstandorte logisch getrennt verbinden, sowie Traffic Engineering und vertraglich zugesicherte Servicequalitäten für Bandbreite und Laufzeit. Für viele Unternehmen war MPLS über Jahre der Standard für die private Standortvernetzung.

Nachteile sind vergleichsweise hohe Kosten, lange Bereitstellungszeiten und eine auf zentrale Rechenzentren ausgerichtete Topologie, die zu stark cloudbasierten Anwendungen schlecht passt. Viele Unternehmen ergänzen oder ersetzen MPLS daher durch Software-Defined WAN (SD-WAN), das mehrere Leitungsarten kombiniert; MPLS bleibt dabei oft als Leitung für besonders kritische Anwendungen erhalten. Mit einer SASE-Plattform wird zusätzlich die Sicherheitsprüfung in die Cloud verlagert.