Software-Defined WAN (SD-WAN)
Software-Defined WAN (SD-WAN) ist ein softwaregesteuerter Ansatz für Weitverkehrsnetze, bei dem eine zentrale Steuerungsebene den Datenverkehr zwischen Standorten, Rechenzentren und Cloud-Diensten über mehrere Verbindungsarten zugleich lenkt, etwa Breitband-Internet, Mobilfunk oder MPLS.
SD-WAN trennt die Steuerung von der Datenweiterleitung und legt ein verschlüsseltes Overlay-Netz über die vorhandenen Leitungen. Richtlinien werden zentral definiert und an die Edge-Geräte der Standorte verteilt. Kernfunktionen sind die anwendungsbezogene Verkehrssteuerung (Application-Aware Routing), die Datenverkehr nach erkannter Anwendung priorisiert, und die dynamische Pfadwahl (Dynamic Path Selection), die Latenz, Jitter und Paketverlust jeder Leitung laufend misst und Verkehr bei Verschlechterung automatisch umleitet. Der Branchenverband MEF hat SD-WAN-Dienste im Standard MEF 70 beschrieben.
Gegenüber Netzen, die ausschließlich auf MPLS beruhen, senkt SD-WAN häufig die Leitungskosten und beschleunigt die Anbindung neuer Standorte; zudem ermöglicht es Direct Internet Access (DIA) an jedem Standort. Betrieben wird SD-WAN in Eigenregie, als Managed Service oder als Cloud-Dienst. Als Netzwerkebene ist es Bestandteil von Secure Access Service Edge (SASE) und wird dort mit Sicherheitsdiensten zu einer SASE-Plattform verbunden.