Was Abschluss-T-Shirts mit meiner Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation zu tun haben und wie ich dadurch meinen beruflichen Weg gefunden habe, erfährst du in diesem Interview.
Ja klar! Mein Name ist Leontina, ich bin 19 Jahre alt und mache seit 2023 eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation bei Serviceware in Idstein. Serviceware ist ein Anbieter von Service Management Lösungen für Unternehmen und Reseller von IT-Security und Daten-Produkten und seit mehr als 25 Jahren erfolgreich im europäischen Markt tätig.
Aktuell bin ich in meinem dritten Ausbildungsjahr und habe gerade in die Abteilung Performance Marketing gewechselt. Dort beschäftigen wir uns vor allem mit digitalen Marketing-Prozessen, wie die Generierung von Kontakten, so genannten Leads, über Webseiten, Online-Anzeigen, Social Media und E-Mail-Marketing, was sehr spannend ist.
Ich wusste recht früh, wie mein Weg nach der Schule aussehen sollte, und hatte schnell das Ziel vor Augen, im Marketing zu arbeiten. So habe ich im Sommer 2022 meinen qualifizierten Realschulabschluss bestanden und bin anschließend in die Oberstufe gegangen. Zu dieser Zeit war ich erst 16 Jahre alt. Da habe ich angefangen, mein erstes eigenes Geld mit einem Nebenjob im Verkauf zu verdienen, und konnte dort schnell erste Erfahrungen in der Kundenberatung sammeln.
Nach einem Jahr in der Oberstufe habe ich gemerkt, dass mir der Schulalltag nicht mehr wirklich liegt und ich lieber praktisch arbeiten und mit Menschen in Kontakt sein wollte. Besonders der direkte Austausch, das Organisieren und Kommunizieren haben mir einfach mehr gegeben als der reine Theorieunterricht. Deshalb habe ich mich entschieden, das Abitur abzubrechen und eine Ausbildung anzufangen.
In meiner Zeit in der Abschlussklasse war ich die Hauptverantwortliche für die Planung, das Design und die Organisation der Abschluss-T-Shirts. Dieses Projekt habe ich damals komplett allein gemeistert, und das Planen und Organisieren hat mir eine Menge Spaß gemacht.
Zum anderen hatten wir im Deutschunterricht unterschiedliche Kommunikationsmodelle besprochen. Dieses Thema hat mir so viel Freude bereitet, auch weil ich selbst gerne unter Menschen bin und kommuniziere, dass ich sofort wusste, dass es ein wichtiger Bestandteil meines zukünftigen Berufes sein sollte.
Daher habe ich mich in der Oberstufe informiert, welche passenden Ausbildungsberufe es in diese Richtung gibt und mit der Event-Branche geliebäugelt. Da sich in dieser Branche aber kein passender Ausbildungsbetrieb finden ließ, wurde mir als ähnlicher Berufsweg die Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation vorgeschlagen, den ich jetzt absolviere.
Rückblickend war meine Ausbildung ein echtes Abenteuer. Die Vorstellungen, mit denen ich an meinem ersten Tag gestartet bin, und das, was am Ende daraus geworden ist, könnten unterschiedlicher kaum sein. In dieser Zeit bin ich über mich hinausgewachsen, habe viele neue Menschen kennengelernt und zahlreiche Fähigkeiten sowie neues Wissen erworben.
Natürlich gab es sowohl gute als auch herausfordernde Phasen, doch das Wichtigste war immer, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ich durfte viele neue Orte entdecken, bei verschiedenen Events vor Ort dabei sein und Dinge lernen, von denen ich vorher nicht einmal wusste, dass sie existieren.
Die gesamte Reise lässt sich gut mit einer Wanderung durch die Berge vergleichen: Es gibt wunderschöne Aussichtspunkte, an denen man gerne verweilt, aber auch steinige und anstrengende Wege, auf denen man Durchhaltevermögen braucht. Am Ende jedoch machen genau diese Höhen und Tiefen das Erreichen des Zieles so besonders.
Ja, ich durfte mit einer Kollegin direkt in der dritten Woche der Ausbildung mit einem der Firmenwägen nach Hürth zu unserem dortigen Standort fahren und einen Tag dort verbringen. In Hürth arbeiten auch einige Kolleginnen und Kollegen aus dem Marketing-Team und ich hatte die Chance, sie dort persönlich zu treffen. Es war richtig schön, den Arbeitsalltag gemeinsam vor Ort zu erleben. Es sind viele spannende Gespräche entstanden und ich konnte viele neue Eindrücke gewinnen. Ich erinnere mich gerne an diesen Tag zurück.
Die Unterstützung in meinem Ausbildungsbetrieb ist vielseitig. Neben dem Learning-on-the-Job haben wir im Betrieb eine „Marketing Academy”, in der Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Marketingdisziplinen ihr Wissen mit uns drei Marketing-Azubis teilen. Das können Themen aus dem Eventmanagement oder der Websitepflege sein oder auch mal marketing-theoretische Themen wie die Erstellung von Kampagnen.
Ich konnte zudem an einigen individuellen Schulungen teilnehmen, z.B. letztes Jahr im März an einem dreitägigen Rhetorik- und Präsentationstraining. Generell wird man bei vielen Dingen unterstützt: ob es die Erstellung einer Präsentation für die Berufsschule ist, man gerne was Neues lernen möchte oder man einfach nur Fragen hat, wird man gut betreut. Auch gegen Ende der Ausbildung und mit Blick auf die anstehenden Prüfungen wird man im Betrieb intensiv unterstützt. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, an Prüfungsvorbereitungskursen teilzunehmen. Zusätzlich wird uns umfangreiches Prüfungsmaterial zur Verfügung gestellt und wir erhalten ausreichend Zeit, um uns gezielt auf die Prüfungen vorzubereiten.
Wir haben zudem jedes Jahr ein Jahresgespräch sowie ein Halbjahresgespräch. Die offene Kommunikation und das regelmäßige Feedback helfen mir, zu verstehen, was man verbessern kann oder was schon gut läuft. Generell haben wir eine sehr offene Feedbackkultur.
Außerdem haben wir die Möglichkeit, in verschiedene Abteilungen hineinzuschnuppern: So durfte ich letztes Jahr für ein paar Monate in unsere Vertriebsabteilung wechseln, wo ich mir noch mehr neues Wissen aneignen konnte. Auch Stationen im Backoffice, der Rechtsabteilung oder Buchhaltung sind grundsätzlich möglich.
Es gibt für uns Azubis auch einen zweitägigen Workshop, den sogenannten Perspektiventag. Dort lernen wir noch mehr über unseren Betrieb und unsere Perspektiven kennen und können an unseren Stärken und Schwächen arbeiten.
Da Serviceware ein recht großer Ausbildungsbetrieb für viele unterschiedliche Fachrichtungen ist, sind wir zudem auch immer im Austausch mit unseren Azubi-Kollegen desselben Jahrgangs. Es gibt also viel Unterstützung!
Mein persönliches Highlight waren die zahlreichen Team-Events. Dabei hatten wir nicht nur viele produktive Sessions, sondern auch tolle außerbetriebliche Aktivitäten. Diese Momente haben mir die Möglichkeit gegeben, meine Kolleginnen und Kollegen auf einer persönlichen Ebene kennenzulernen. Dinge, die im Arbeitsalltag oft untergehen z.B., wie Hobbys, individuelle Karrierewege oder persönliche Interessen. So entstand ein angenehmes Miteinander, in dem wir gemeinsam lachen, uns beim Abendessen Geschichten erzählen und voneinander Neues lernen konnten.
Ein weiteres großes Highlight war das Serviceware Forum 2024. Bereits bei der Vorbereitung dabei zu sein und das Event vor Ort mitzuerleben, war ein besonders spannender Einblick. Teil des Orga-Teams zu sein, Verantwortung für eine eigene Business Unit zu übernehmen und den gesamten Eventalltag hautnah zu erleben, war ein unvergesslicher Moment meiner Ausbildung.
Beginnen wir mit dem ersten großen Projekt, an dem ich mitarbeiten durfte. Vom Spätsommer 2025 bis zum Winter 2025 war ich Teil des Projekts „Neue Website und neues Corporate Design“. In dieser Zeit konnte ich aktiv unterstützen und mitarbeiten. Durch dieses Projekt bin ich in eine neue Richtung gewachsen und konnte mir viele neue Fähigkeiten aneignen.
Zu meinen Hauptaufgaben gehörte es, die Landingpages in das neue Design zu überführen. Besonders begeistert hat mich der gesamte Austausch im Team und mitzuerleben, wie sich das Projekt Schritt für Schritt entwickelt hat. Dabei habe ich neue Stärken an mir selbst entdeckt: vorausschauendes Denken und Planen. Ich durfte andere Azubis in unserem Projekt anlernen und habe dabei festgestellt, dass mir das besonders liegt. Zudem habe ich gelernt, noch lösungsorientierter zu arbeiten.
Eine Aufgabe, die mich seit Beginn meiner Ausbildung begleitet, sind unsere Online-Veranstaltungen, die Webinare. Schon früh durfte ich diesen Prozess eigenständig betreuen und koordinieren: von der Planung über den Austausch an der Schnittstelle zwischen Marketing und Sales bis hin zum Erstellen, Hosten und Nachbereiten der Webinare. An diesem Prozess bin ich persönlich am meisten gewachsen. Er begleitet mich seit Beginn meiner Ausbildung und bringt mir jeden Tag neue Erfahrungen und Lernmöglichkeiten.
Ja, das stimmt. Viele verbinden Marketing vor allem mit auffälligen Kampagnen großer Konsummarken oder klassischen Agenturjobs. Marketingkommunikation in einem Softwarehaus ist jedoch anders und mindestens genauso spannend. Hier geht es darum, komplexe digitale Lösungen verständlich, relevant und greifbar zu machen.
Statt nur Aufmerksamkeit zu erzeugen, erzählen wir Geschichten über Innovation, Mehrwert und echte Kundenprobleme. Dabei arbeitet Marketing eng mit Vertrieb, Produktmanagement und Kunden zusammen, um Inhalte zu schaffen, die informieren, Vertrauen aufbauen und langfristige Beziehungen fördern.
Ein typischer Arbeitstag beginnt für mich damit, dass ich mir zunächst einen Überblick verschaffe. Ich schaue nach, wo ich am Vortag stehen geblieben bin und an welcher Stelle ich weiterarbeiten kann. Anschließend stehen meist die ersten Meetings an.
Danach folgen Besprechungen zu laufenden Projekten oder aktuellen Aufgaben. Dabei geben wir uns gegenseitig Updates zum jeweiligen Stand und stimmen die nächsten Schritte ab. Natürlich darf auch eine kurze Pause in der Küche mit den Kolleginnen und Kollegen nicht fehlen (lacht).
Im Anschluss bearbeite ich meine Aufgaben selbstständig und tausche mich zwischendurch im Büro mit dem Team aus.
Wenn ihr gerade überlegt, ob Marketingkommunikation das Richtige für euch ist, kann ich nur sagen: Traut euch, hineinzuschnuppern! In diesem Beruf geht es nicht nur darum, kreativ zu sein oder schöne Kampagnen zu gestalten. Es geht vor allem darum, komplexe Themen verständlich zu machen, Geschichten zu erzählen und echte Mehrwerte für Kunden sichtbar zu machen.
In meiner Ausbildung habe ich erlebt, wie abwechslungsreich Marketing ist: von Projekten wie der neuen Website über die Organisation von Webinaren bis hin zu Team-Events – kein Tag gleicht dem anderen. Dabei lernt man nicht nur fachlich, sondern wächst auch persönlich, übernimmt Verantwortung und entdeckt Fähigkeiten, von denen man vorher nichts wusste.
Mein Tipp: Seid offen für neue Herausforderungen, habt keine Angst davor, Fehler zu machen und nutzt jede Gelegenheit, um zu lernen. Gerade die Phasen, die anstrengend oder ungewohnt sind, gehören genauso dazu wie die tollen Erfolge. Sie zeigen euch, wie weit ihr kommen könnt. Wenn ihr Abwechslung liebt, gern mit unterschiedlichen Menschen arbeitet und jeden Tag Neues erleben wollt, ist Marketingkommunikation ein unglaublich bereichernder Weg.