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Vom Designer zum Art Director: Beruf und Familie vereinen

Geschrieben von Serviceware | 19. August 2026

Norman Hendriks ist Art Director und Teamleiter für Corporate Design bei Serviceware und hat die neue Markenidentität „Horizon“ von Grund auf mitkonzipiert und umgesetzt. In diesem Interview spricht er über seinen Werdegang vom Multimedia Designer bis hin zu einer Führungsposition und darüber, wie er seine Karriere und sein Familienleben unter der Homeoffice-Regelung in Einklang bringt.

Norman Hendriks kam 2015 zu Serviceware und ist heute Art Director sowie Teamleiter für Corporate Design. Sein bislang größtes Projekt war die vollständige Entwicklung der Markenidentität von Horizon, die er von Grund auf mitkonzipiert und umgesetzt hat. In diesem Interview erzählt er, wie aus einem Ein-Personen-Design-Team ein Team von vier Personen wurde, warum er von zu Hause aus arbeitet und wie er während der intensivsten Projektphase seiner Karriere für seine junge Familie da sein konnte.

Wer ist Norman Hendriks? Ein Blick hinter die Kulissen.

Hallo Norman! Erzähl uns ein wenig über dich: Wer bist du, was machst du bei Serviceware und wofür begeisterst du dich außerhalb der Arbeit?

Norman: Ich bin Norman Hendriks, Art Director und Teamleiter Corporate Design bei Serviceware. Im Sommer 2015 bin ich als Multimedia Designer im Marketing-Team am Standort Leiden eingestiegen. Ich lebe in den Niederlanden und bin dort der einzige Kollege im Marketing; die übrigen niederländischen Kolleg:innen arbeiten in anderen Unternehmensbereichen. Mein eigenes Marketing-Team ist international aufgestellt, weshalb wir im Arbeitsalltag vor allem digital zusammenarbeiten – eine ziemlich besondere Situation. Ich habe Industrial Design an der Hague University studiert und mein Studium 2013 abgeschlossen. Ich reise sehr gerne, um neue Erfahrungen zu sammeln: 2019 habe ich mit meiner Frau ein fünfmonatiges Sabbatical gemacht und dabei 13 Länder in Asien bereist. Neben meiner Liebe zum Design bin ich ein großer Manga- und Gaming-Fan und koche als Autodidakt sehr gerne für meine Familie.

Wann wurde dir bewusst, dass Design für dich mehr als nur ein Job ist?

Norman: Ich liebe das Entwerfen und Zeichnen schon seit der Grundschule und habe sogar den schulweiten Malwettbewerb gewonnen. Ich wusste schon damals, dass ich auf jeden Fall kreativ arbeiten wollte, also habe ich mein Bestes gegeben, um dieses Ziel zu verfolgen. Design war für mich von Anfang an mehr als nur ein Job.

Was begeistert dich heute noch an deiner Arbeit?

Norman: Kreatives Problemlösen war für mich schon immer der beste Teil meiner Arbeit. Immer wenn ein spannendes Projekt oder eine Aufgabe auf meinem Schreibtisch landet, freue ich mich darauf, Lösungen zu finden – es ist wie ein kreatives Rätsel.

Vom Multimedia Designer zum Art Director: Ein Karriereweg bei Serviceware

Du wurdest letztes Jahr zum Art Director und Teamleiter für Corporate Design befördert – wie sah dein Karriereweg aus?

Norman: Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich als Multimedia Designer angefangen. Ich habe die gesamte kreative und visuelle Arbeit für die Marketingabteilung übernommen und daran hat sich auch nach meiner Beförderung nicht viel geändert. Angesichts der flachen Hierarchie in der Marketingabteilung gab es zunächst nur wenige Aufstiegsmöglichkeiten. Da ich jedoch Potenzial zeigte, wurde ich zunehmend in Projekte mit großer visueller Wirkung für das Unternehmen eingebunden. Vor meiner Beförderung hatte ich außerdem bereits zwei Rebranding-Projekte erfolgreich abgeschlossen.

Was hat dich motiviert, diesen nächsten Karriereschritt zu gehen?

Norman: Meine größte Motivation war es, dem Design-Team mehr Eigenständigkeit zu verschaffen. Das Team ist von einer Person – mir – auf vier Personen gewachsen und brauchte eine Führungskraft mit Design-Hintergrund. Ich wollte die Interessen des Teams effektiver vertreten und in der Lage sein, eingehende Design-Anfragen zielgerichtet zu priorisieren und zu verwalten. 

Welcher Meilenstein deiner Karriere sticht für dich am meisten heraus?

Norman: Der größte Meilenstein ist die Entwicklung und Umsetzung unseres neuen Corporate Designs Horizon. Das war das dritte Rebranding-Projekt, das ich geleitet habe – und zugleich das erste, das ich von Grund auf selbst entworfen und entwickelt habe.

Aufgaben als Art Director bei Serviceware

Was sind heute deine Hauptaufgaben?

Norman: Ich bin für die Leitung des Design-Teams zuständig und entscheide, welche Aufgaben wir annehmen und umsetzen. Neben meinen Führungsaufgaben bin ich weiterhin intensiv an der praktischen Umsetzung zahlreicher Grafikprojekte für das Marketing beteiligt. Außerdem stelle ich als Verantwortlicher für unser neues Corporate Design Horizon sicher, dass alle im Unternehmen erstellten Materialien den Horizon-Richtlinien entsprechen.

Wie unterscheidet sich deine Rolle als Art Director von deiner vorherigen Position als Designer?

Norman: Der Hauptunterschied besteht darin, dass meine Stimme bei Entscheidungen rund um grafische Aufgaben nun mehr Gewicht hat. Lange Zeit fehlte dem Design-Team die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen und Anfragen bei Bedarf zurückzustellen. Mit dieser gestärkten Position fühle ich mich bei den Projekten, an denen wir arbeiten, sicherer.

Wie förderst du Kreativität und Zusammenarbeit in deinem Team?

Norman: Ganz einfach. Ich rufe mein Team an, und wir gehen die Projekte gemeinsam in Echtzeit an. Ein frischer Blick auf das, woran man gerade arbeitet, ist immer hilfreich. Direktes Feedback und gemeinsames Sparring waren für mich schon immer die schönsten und wertvollsten Seiten der Teamarbeit. 

Das Rebranding: Von der Idee zur neuen Markenidentität

Was war das Hauptziel des Rebrandings?

Norman: Eine neue visuelle Identität für Serviceware zu etablieren, mit der wir uns in einem wettbewerbsintensiven Markt klar abheben und zugleich modern sowie professionell auftreten.

Wie kam das Projekt zustande und welche Rolle hast du dabei gespielt?

Norman: Unser Marketing Director sah Weiterentwicklungspotenzial in unserer damaligen Corporate Identity – eine Einschätzung, die ich teilte. Er beauftragte mich damit, zu prüfen, wie wir unsere Marke verbessern könnten. Daraufhin untersuchte ich, ob wir eine komplette Neugestaltung und ein Rebranding von Serviceware bewältigen könnten. Dieses Projekt ging Hand in Hand mit unserem Website-Relaunch-Projekt. Ich leitete den grafischen Teil des gesamten Rebrandings und arbeitete eng mit dem Website-Team zusammen.

Was waren die größten Herausforderungen auf diesem Weg?

Norman: Es gab zwei große Herausforderungen. Die erste bestand darin, eine visuelle Richtung zu finden, die auch den Vorstand überzeugte. Es gab mehrere Iterationen, Konzepte und Diskussionsrunden. Jedes Mal mussten wir wieder von vorne anfangen, aber schließlich fanden wir eine Lösung, mit der alle zufrieden waren. Die zweite Herausforderung bestand darin, alle vorhandenen Designvorlagen zu verwalten und anzupassen. Wir hatten eine große Menge an Materialien im bisherigen Corporate Design „Code Blue“, darunter Whitepaper und Präsentationen, die auf den neuen Horizon-Stil umgestellt werden mussten. Das war sehr zeitaufwendig und mit viel manueller Arbeit verbunden.

 

Wie hast du dein Team durch diese Phase geführt?

Norman: Durch regelmäßige Rücksprachen und indem ich den Überblick über unsere Aufgaben behalte. Das ist das Einzige, was man in solchen Situationen tun kann.

 

Gab es einen bestimmten Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Norman: Nicht unbedingt. Ich glaube, das gesamte Projekt, das fast ein ganzes Jahr gedauert hat, wird mir immer besonders in Erinnerung bleiben. Es kommt nicht oft vor, dass man intern ein komplettes Rebranding-Projekt für ein so großes Unternehmen wie Serviceware leiten kann.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Homeoffice

Du bist Vater und erwartest dein zweites Kind – wie beeinflusst das dein Arbeitsleben?

Norman: Mein Hauptaugenmerk liegt seit jeher auf meiner Familie. Wir arbeiten, um zu leben, und leben nicht, um zu arbeiten, oder? Eine gute Balance zu finden, bei der weder meine Arbeit noch meine Familie zu kurz kommen, war eine Herausforderung, ist aber bei Serviceware machbar. Das Unternehmen ermöglicht es mir, vollständig von zu Hause aus zu arbeiten. Das liegt vor allem daran, dass außer mir niemand aus der Marketingabteilung am Standort Leiden tätig ist, sodass eine regelmäßige Anwesenheit im Büro für meine Tätigkeit nicht erforderlich ist. Das Homeoffice gibt mir die Möglichkeit, produktiv zu arbeiten und zugleich für meine Familie da zu sein, wenn es nötig ist.

 

Wie bewältigst du die Anforderungen von Beruf und Familie in intensiven Projektphasen?

Norman: Zum Glück hat mich meine Frau immer unterstützt, wenn die Arbeitsbelastung gestiegen ist. Wenn ich merke, dass es bei der Arbeit schwierig wird, kommuniziere ich das offen mit ihr. In solchen Phasen nimmt sie mir im Alltag einige Aufgaben ab.

 

Gab es speziell während des Relaunchs Momente, in denen du bewusst Prioritäten setzen musstest?

Norman: In der zweiten Jahreshälfte haben wir damit begonnen, alle Code-Blue-Assets in Horizon zu migrieren und zu konvertieren. Wir sind sozusagen auf die Ziellinie zugerast. Während dieser Zeit durchlebte meine Frau eine sehr schwierige und beschwerliche Schwangerschaft. Ich kann ehrlich sagen, dass das die härtesten Monate meines Lebens waren. Ein erhöhtes Arbeitspensum, eine kranke Frau und ein Kleinkind gleichzeitig zu bewältigen, war eine enorme Herausforderung. Meine Familie stand für mich selbstverständlich an erster Stelle. Dadurch musste ich meinem Team zeitweise mehr abverlangen und konnte manche Aufgaben nicht so schnell erledigen wie geplant. Am Ende hat sich zum Glück alles gefügt.

Persönliche Entwicklung: Was ihm das Rebranding gelehrt hat

Worauf bist du nach Abschluss des Relaunchs am meisten stolz?

Norman: Die Designs. Ich liebe die Horizon-Designs und möchte sie noch weiterentwickeln – also seid gespannt.

Was hast du aus diesem Projekt mitgenommen – sowohl beruflich als auch persönlich?

Norman: Dass Feedback wertvoll ist, egal von wem es kommt, und dass es kein persönlicher Angriff ist. Es ist nicht leicht, Kritik an etwas zu akzeptieren, das man mit Leidenschaft geschaffen hat. Gleichzeitig hat jede Perspektive ihren Wert und kann einem helfen, seine Arbeit zu verbessern.

Die Unternehmenskultur bei Serviceware aus der Sicht eines Designers

Was macht die Arbeit bei Serviceware für dich besonders?

Norman: Die Kolleg:innen. Keine Frage. Von Anfang an bestand unser Marketing-Team aus herzlichen und leidenschaftlichen Menschen. Und wir sind wirklich eine eigene kleine Welt innerhalb von Serviceware. Das macht es zu etwas Besonderem. Außerdem ist es immer eine Freude, mehrmals im Jahr zu verschiedenen Standorten zu reisen.

Würdest du Serviceware anderen Menschen aus dem Designbereich empfehlen?

Norman: Auf jeden Fall. Bei Serviceware gibt es viele Möglichkeiten, kreativ mitzugestalten. Gleichzeitig arbeiten wir innerhalb klarer Marken- und Unternehmensrichtlinien, die Orientierung und Konsistenz bieten. Innerhalb dieses Rahmens haben wir dennoch die Freiheit, neue Ideen zu entwickeln und kreative Arbeit voranzutreiben. Serviceware verbindet ein eher konservatives Geschäftsumfeld mit einer offenen Denkweise.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Worauf freust du dich derzeit am meisten – beruflich oder privat?

Norman: Beruflich möchte ich Horizon unbedingt noch weiter vorantreiben und die Marke auf das nächste Level bringen. Mir schwirren unzählige neue Ideen im Kopf herum, die ich so schnell wie möglich zu Papier bringen möchte. Privat freue ich mich natürlich riesig auf mein zweites Kind. Das versteht sich von selbst.

Was bedeutet Erfolg für dich heute?

Norman: Die Fähigkeit, kreativ zu sein und etwas in die Welt hinauszutragen, auf das man stolz ist.

 

Vielen Dank für deine Zeit und vor allem für deine Einblicke in deine berufliche Entwicklung!