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Wie reduziert eine SASE-Plattform Infrastrukturkosten?

Geschrieben von Nicolas Gascard | 20. April, 2026

Moderne IT-Infrastrukturen unter Kostendruck

Steigende MPLS (Multiprotocol Label Switching)-Kosten, wachsende IT-Landschaften mit unterschiedlichen Security-Standards und vielfältigere Anforderungen an Performance und Sicherheit bringen viele IT-Abteilungen an ihre Grenzen. Gleichzeitig sollen Netzwerke stabil, skalierbar und sicher bleiben. Unternehmen suchen daher zunehmend nach Möglichkeiten, Infrastrukturkosten zu reduzieren, ohne dabei Risiken einzugehen.

Eine SASE-Plattform (Secure Access Service Edge) verbindet Netzwerk und IT Security in einer cloud-nativen Architektur und ermöglicht es Unternehmen, komplexe Infrastrukturen zu konsolidieren und effizienter zu betreiben.

Warum klassische Netzwerk- und Security-Architekturen teuer werden

In vielen Organisationen ist die IT-Infrastruktur über Jahre hinweg gewachsen. Unterschiedliche Lösungen wurden eingeführt, um einzelne Anforderungen zu erfüllen – etwa MPLS-Leitungen für die Standortvernetzung, VPN-Gateways für Remote Access oder separate Firewalls für den Schutz des Netzwerks.

Diese fragmentierte Architektur führt jedoch langfristig zu steigenden Kosten. Außerdem müssen alle Systeme gewartet, aktualisiert und überwacht werden, wodurch zusätzliche Lizenzkosten und ein erhöhter administrativer Aufwand entstehen.

Hinzu kommt, dass viele dieser Architekturen ursprünglich nicht für Cloud-Umgebungen entwickelt wurden. Wenn Anwendungen zunehmend aus der Cloud genutzt werden, entstehen Performance-Probleme, Latenzen und zusätzliche Infrastrukturkosten.

Was eine SASE-Plattform verändert

SASE kombiniert SD-WAN und Security Service Edge (SSE) in einer zentralen Architektur. Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen werden nicht mehr separat betrieben, sondern in einer gemeinsamen Cloud-Plattform bereitgestellt.

Dadurch lassen sich mehrere bisher getrennte Systeme konsolidieren. Funktionen wie Firewall as a Service (FWaaS), Secure Web Gateway (SWG), Cloud Access Security Broker (CASB) und Zero Trust Network Access (ZTNA) werden direkt über die Plattform bereitgestellt.

Der Vorteil liegt in der Vereinfachung der Infrastruktur und somit weniger Wartungsaufwand, weniger Komplexität und vor allem geringere Betriebskosten.

MPLS-Kosten senken durch SD-WAN

Ein zentraler Kostentreiber in vielen Unternehmen sind MPLS-Verbindungen. Diese wurden lange als Standardlösung für die Standortvernetzung genutzt, sind jedoch teuer und wenig flexibel.

Mit SD-WAN (Software-Defined Wide Area Network) können Unternehmen kosteneffiziente Internetverbindungen nutzen und den Datenverkehr intelligent steuern. Anwendungen werden automatisch über den optimalen Netzwerkpfad geleitet, wodurch Performance und Ausfallsicherheit verbessert werden.

Viele Organisationen nutzen SD-WAN daher gezielt, um ihre WAN-Infrastruktur zu modernisieren und gleichzeitig Kosten zu reduzieren.

Infrastruktur vereinfachen durch Konsolidierung von Security-Lösungen

Neben der Netzwerkstruktur verursacht auch die IT-Security-Landschaft hohe Kosten. Unterschiedliche Security-Produkte bringen eigene Management-Oberflächen, Wartungszyklen und Lizenzmodelle mit sich.

Eine SASE-Plattform konsolidiert diese Funktionen innerhalb einer Architektur. Dadurch entfällt ein Großteil der separaten Security-Appliances und Softwarelösungen.

Die Folgen sind geringere Betriebskosten und eine deutlich bessere Transparenz über Netzwerk- und Sicherheitsprozesse.

Performance als wirtschaftlicher Faktor

Neben den Infrastrukturausgaben für Hardware oder Lizenzen hat auch die Performance des Netzwerks direkte wirtschaftliche Auswirkungen.

Langsame Anwendungen, hohe Latenzen oder ineffizientes Routing führen zu Produktivitätsverlusten in Unternehmen. Besonders bei Cloud- und SaaS-Anwendungen wird die Netzwerkperformance zum entscheidenden Faktor.

Viele moderne SASE-Anbieter betreiben dafür einen globalen Backbone mit zahlreichen Points of Presence (PoPs). Daten werden direkt und optimiert zur jeweiligen Anwendung geleitet, ohne unnötige Umwege über zentrale Rechenzentren.

Besondere Herausforderungen bei internationalen Standorten

Unternehmen mit internationalen Niederlassungen stehen häufig vor zusätzlichen Herausforderungen. Besonders Verbindungen nach China sind aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen und Netzwerkeinschränkungen sehr komplex.

Hohe Latenzen, separate Infrastruktur und zusätzliche Compliance-Anforderungen erhöhen Kosten und Administrationsaufwand.

Moderne SASE-Architekturen bieten hierfür spezielle Lösungen, die internationale Standorte performanter und sicherer anbinden können.

Für welche Unternehmen lohnt sich eine SASE-Strategie?

Die größten Einsparpotenziale entstehen bei Unternehmen mit mehreren Standorten und hybriden Cloud-Strukturen. Besonders Organisationen mit 500 bis 10.000 Mitarbeitenden profitieren von einer konsolidierten Netzwerk- und Security-Architektur.

In solchen Umgebungen lassen sich MPLS-Kosten reduzieren, Security-Tools konsolidieren und der Betriebsaufwand deutlich senken.

Fazit: Kosten senken durch Konsolidierung und moderne Architektur

Eine SASE-Plattform reduziert Infrastrukturkosten nicht nur durch einzelne Einsparungen, sondern durch eine grundlegend effizientere Architektur.

Durch die Kombination von Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen in einer Plattform lassen sich Systeme konsolidieren, Betriebskosten reduzieren und gleichzeitig Performance sowie Sicherheit verbessern.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Technologie selbst. Erst durch eine durchdachte Architektur, eine strukturierte Migration und einen stabilen Betrieb können Unternehmen das volle Potenzial einer SASE-Plattform ausschöpfen.